Instrumentenbau auf Bestellung
Die Erschaffung eines Instruments ist mehr als nur Handwerk; es ist die Materialisierung eines klanglichen Ideals. In unserer Wiener Werkstatt verbinden wir traditionelle Techniken des Instrumentenbaus mit den spezifischen akustischen Anforderungen moderner Musiker, um ein Unikat zu schaffen, das präzise auf Ihre Spielweise abgestimmt ist.
Ein maßgefertigtes Instrument ist eine Investition in die eigene künstlerische Entwicklung. Während Industrieprodukte auf einen statistischen Durchschnitt ausgelegt sind, betrachten wir beim Individualbau die Anatomie der Hand, die Dynamik des Anschlags und die gewünschte Klangfarbe des Musikers. Jeder Millimeter der Zarge, jede Auswahl des Deckenholzes und die präzise Berechnung der inneren Verstrebungen dienen einem einzigen Ziel: der Entfaltung Ihres musikalischen Ausdrucks.
In der Tradition Wiens als Zentrum der Musikstadt legen wir Wert auf eine transparente Kommunikation und hohe Materialqualität. Wir begleiten Sie vom ersten Entwurf über die Auswahl der Hölzer bis hin zur finalen Auslieferung. Dabei steht nicht die Geschwindigkeit, sondern die akustische Präzision im Vordergrund. Jedes Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Instrumentenbauer und dem Künstler, bei der technische Exaktheit auf subjektives Empfinden trifft.
Der Entstehungsprozess in vier Schritten
01. Klanganalyse und Konzeption
In einem ausführlichen Beratungsgespräch definieren wir die Anforderungen. Wir analysieren Ihre Spieltechnik, die bevorzugten Genres und die gewünschte Klangcharakteristik (z. B. warme Mitten, brillante Höhen oder maximale Projektion). Hier entsteht das technische Lastenheft Ihres Instruments.
02. Materialauswahl und Trocknung
Wir wählen aus unserem Lager die Hölzer aus, die passende akustische Eigenschaften für Ihr Projekt aufweisen. Die Maserung und Dichte werden geprüft. In unserer Werkstatt wird eine konstante Luftfeuchtigkeit von 45-55% eingehalten, um Spannungen im Holz zu vermeiden.
03. Konstruktion und Zusammenbau
Der Bau erfolgt in präzisen Etappen: vom Bau der Form über das Biegen der Zargen bis zum Einsetzen der Decke und des Bodens. Jede Phase wird akustisch geprüft, indem die Teilkomponenten auf ihre Resonanz untersucht werden, bevor die endgültige Verleimung erfolgt.
04. Setup und Finalisierung
Nach der Lackierung und dem Einbau der Hardware erfolgt die feinste Justierung. Saitenlage, Intonation und Spielgefühl werden exakt auf Ihre Hand abgestimmt. Das Instrument durchläuft eine Testphase, um die Stabilität der Konstruktion zu gewährleisten.
Für wen ist ein Individualbau geeignet?
Unsere maßgefertigten Instrumente richten sich an drei primäre Zielgruppen. Erstens an professionelle Musiker und Solisten, die eine spezifische Klangfarbe benötigen, die mit Standardinstrumenten nicht erreichbar ist. Zweitens an Studenten renommierter Konservatorien, die ein Instrument suchen, das mit ihrer technischen Entwicklung mitwächst und ergonomisch passt.
Drittens bedienen wir anspruchsvolle Sammler, denen die Verbindung aus handwerklicher Meisterschaft und der Verwendung seltener, aber legaler Hölzer wichtig ist. Wenn Sie feststellen, dass Sie an die Grenzen Ihres aktuellen Instruments stoßen oder körperliche Besonderheiten eine Anpassung der Halsgeometrie erfordern, ist der Sonderbau die richtige Wahl.
Wie die Zusammenarbeit abläuft
Die Zusammenarbeit beginnt mit einer verbindlichen Reservierung eines Termins in unserer Werkstatt in Wien-Neubau. Nach der ersten Konzeption erstellen wir einen detaillierten Kostenvoranschlag. Wir arbeiten nach dem Prinzip der absoluten Transparenz: Bevor eine einzige Späne fällt, wird die Smeta (Kostenschätzung) gemeinsam besprochen und schriftlich fixiert. Änderungen während des Bauprozesses sind nach Absprache möglich, sofern sie die statische Integrität des Instruments nicht gefährden.
Während der Bauphase halten wir Sie über Meilensteine auf dem Laufenden. Wir versenden auf Wunsch Fotos der Zwischenschritte, sodass Sie die Entstehung Ihres Instruments digital mitverfolgen können. Die finale Abnahme erfolgt persönlich in der Werkstatt, wobei letzte Feinjustierungen an der Saitenlage vorgenommen werden, bis das Spielgefühl absolut stimmig ist.
Was Sie für den Auftrag vorbereiten sollten
Um den Prozess effizient zu gestalten, bitten wir Sie, vor dem ersten Termin einige Überlegungen anzustellen. Bringen Sie idealerweise Ihr aktuelles Hauptinstrument mit. Dies erlaubt uns, die bestehenden Vorzüge und die Mängel Ihres aktuellen Equipments direkt zu analysieren. Notieren Sie spezifische Punkte: Ist der Hals zu dick? Ist der Zugang zu den hohen Bünden erschwert? Welche Klangfarben schätzen Sie an anderen Instrumenten besonders?
Falls Sie bereits Skizzen oder spezifische Wünsche bezüglich der Optik (z. B. bestimmte Holzfarben oder Einlagen) haben, bringen Sie diese bitte mit. Je präziser die Anforderungen zu Beginn definiert sind, desto zielgerichteter kann die Konstruktion erfolgen. Wir besprechen im Gespräch auch die zeitliche Planung, da der Bau eines Instruments ein langsamer, organischer Prozess ist.
Das Ergebnis: Was Sie erhalten
Am Ende des Prozesses übergeben wir Ihnen nicht nur ein Instrument, sondern ein komplettes Dokumentationspaket. Dies beinhaltet einen detaillierten Bericht über die verwendeten Hölzer, die Herkunft der Materialien und die durchgeführten Arbeitsschritte. Sie erhalten zudem eine Pflegeanleitung, die spezifisch auf die verwendete Lackierung und die Holzarten Ihres Instruments zugeschnitten ist.
Zusätzlich ist im Preis eine erste Nachjustierung nach drei Monaten enthalten. Da sich ein neues Instrument erst einspielen muss und das Holz auf die Umgebung reagiert, ist dieser Termin essenziell, um die optimale Performance dauerhaft zu sichern. Sie erhalten ein Instrument, das in jeder Nuance Ihren persönlichen Anforderungen entspricht und eine hohe Beständigkeit aufweist.
Zeitrahmen und Lieferzeiten
Ein hochwertiger Instrumentenbau lässt sich nicht beschleunigen. Die Trocknungszeiten der Leime und die Aushärtung der Lacke folgen natürlichen Gesetzen. Im Durchschnitt beträgt die Fertigungszeit von der finalen Konzeptabstimmung bis zur Auslieferung zwischen 6 und 12 Monaten, je nach Komplexität des Entwurfs und Verfügbarkeit der spezifischen Hölzer.
Wir führen eine begrenzte Anzahl an Projekten gleichzeitig durch, um die notwendige Aufmerksamkeit für jedes Detail zu gewährleisten. Wir empfehlen daher eine frühzeitige Kontaktaufnahme über unsere Kontaktseite, um einen Platz in unserer Fertigungsplanung zu reservieren. Die genaue Terminierung erfolgt nach der ersten Analysephase.
Wichtige Einschränkungen: Was nicht enthalten ist
Aus ethischen und rechtlichen Gründen sowie aufgrund unserer fachlichen Spezialisierung gibt es klare Grenzen unserer Tätigkeit. Wir arbeiten unter keinen Umständen mit Materialien, die unter das CITES-Abkommen fallen und keine gültigen Papiere besitzen. Dazu gehören insbesondere Elfenbein, brasilianischer Palisander (Dalbergia nigra) oder Schildpatt. Ohne lückenlosen Herkunftsnachweis lehnen wir die Verarbeitung dieser Materialien strikt ab.
Ebenso führen wir keine Arbeiten an der elektrischen Netzversorgung von Verstärkern oder komplexen On-Board-Effektsystemen durch, die eine zertifizierte Elektrofachkraft erfordern. Unser Fokus liegt auf der akustischen Konstruktion und der mechanischen Perfektion. Zubehör wie hochwertige Koffer sind nicht im Basispreis des Instrumentenbaus enthalten, können aber optional über unsere Partner bezogen werden.
Preisgestaltung und Mehrwertsteuer
Die Preisberechnung für einen Individualbau setzt sich aus den Materialkosten (Auswahl der Hölzer), den Arbeitsstunden für Konstruktion und Finish sowie der administrativen Planung zusammen. Da jedes Projekt einzigartig ist, dient der angegebene Preis als Basis für einen individuellen Entwurf. Alle Preise verstehen sich inklusive der gesetzlichen österreichischen Umsatzsteuer von 20 %.
Für B2B-Kunden (z. B. Musikschulen oder Orchester) wird die Rechnung netto ausgestellt, mit einem Zahlungsziel von 30 Tagen gemäß unseren Geschäftsbedingungen. Die detaillierte Aufschlüsselung erfolgt in der Smeta, die vor Beginn der Arbeiten unterzeichnet wird. Weitere Details zur Preisstruktur finden Sie in unseren AGB oder auf der allgemeinen Seite für Leistungen.
| Leistung | Einheit | Preis inkl. 20% MwSt. | Preis exkl. MwSt. |
|---|---|---|---|
| Individueller Entwurf & Bau | Projekt | 2.500,00 € | 2.083,33 € |
Leistungsumfang im Detail
- Umfangreiche klangliche Bedarfsanalyse und technische Planung
- Auswahl und Prüfung von tonholz-zertifizierten Materialien
- Handwerkliche Konstruktion des Korpus und des Halses
- Präzise Berechnung und Installation der inneren Verstrebung
- Hochwertige Oberflächenbehandlung und Lackierung
- Einbau der Hardware (Mechaniken, Brücke, Sattel)
- Finale Justierung der Saitenlage und Intonation
- Dokumentation der verwendeten Materialien und Bauphasen
Häufig gestellte Fragen zum Instrumentenbau
Ja, sofern die Hölzer die notwendigen CITES-Zertifikate besitzen und die technische Qualität (Feuchtigkeit, Maserung) für den Bau geeignet ist. Wir prüfen das Material vorab in unserer Werkstatt.
Wir gewähren eine Garantie von 6 Monaten auf unsere handwerkliche Arbeit. Bitte beachten Sie, dass Holz ein lebendiger Werkstoff ist und die Garantie nicht für Schäden durch unsachgemäße Lagerung (extreme Feuchtigkeitsschwankungen) gilt.
Üblicherweise vereinbaren wir eine Anzahlung zur Materialreservierung, gefolgt von Teilzahlungen nach Erreichen definierter Meilensteine und einer Schlusszahlung bei Übergabe.
Kleine Anpassungen im Setup sind jederzeit möglich. Grundlegende Änderungen an der Konstruktion (z. B. Korpusform) sind nach der Fertigstellung der Form nicht mehr möglich.